Erfolgreiche Installation der parkinternen Umspannstation

Hamburg, 09.05.2013 – Gestern wurde die parkinterne Umspannstation des Offshore-Windparks Global Tech I erfolgreich installiert. Sie ist das Herzstück des Nordsee-Windparks: Hier fließt der Strom der 80 Windenergieanlagen zusammen und wird von 30 auf 155 Kilovolt hochgespannt. An der Global Tech I Umspannstation holt später der Übertragungsnetzbetreiber den Strom per Exportkabel ab, um ihn an der eigenen Offshore-Konverterstation für den Transport an Land von Dreh- in Gleichstrom umzuwandeln. Dadurch sollen die Übertragungsverluste minimiert werden. Die Global Tech I Plattform, die inmitten des 41 Quadratkilometer großen Windparks liegt, dient außerdem als logistischer Stützpunkt. Rund um die Uhr werden bis zu 30 Techniker im Schichtbetrieb für eine zuverlässige Stromversorgung sorgen. Thomas Maetzel, Kaufmännischer Geschäftsführer der Global Tech I Offshore Wind GmbH: „Die Umspannstation ist ein wichtiger Meilenstein beim Bau unseres Windparks. Wir sind sehr stolz, dass wir gemeinsam mit unseren Partnern Alstom Grid und Keppel Verolme dieses neuartige Plattformkonzept entwickeln und erfolgreich installieren konnten.“ Zum ersten Mal wurde bei einem deutschen Offshore-Windpark eine schwimmfähige Plattform eingesetzt, die sich über eine umweltverträgliche Saugglocken-Installationsmethode selbst installiert.

Umweltverträgliche Installation per Saugglocken im Meeresboden

Das parkinterne Umspannwerk wurde schlüsselfertig durch das Konsortium Alstom Grid GmbH und Keppel Verolme B. V. geliefert. In Rotterdam hat Keppel Verolme den Stahlbau der Plattform geleistet. Die elektrotechnischen Anlagen von Alstom Grid wurden direkt auf der niederländischen Werft eingebaut. Mit zwei Hochseeschleppern wurde die Umspannstation ab Rotterdam als schwimmfähiger, geschlossener Korpus innerhalb von drei Tagen zum Baugebiet gebracht. Nach der Positionierung durch insgesamt vier Schlepper wurde die Tragstruktur, die fest mit dem Korpus verbunden ist und während der Verschleppung noch nach oben ragte, zum Meeresboden herabgelassen. An den vier Füßen der Tragstruktur sind sogenannte Saugglocken montiert. Diese Stahlzylinder mit einer Höhe von 9,5 Metern und einem Durchmesser von 11 Metern sind in einem ersten Schritt durch das 9.000 Tonnen schwere Eigengewicht der Plattform in den Meeresboden eingesunken. Vakuumpumpen haben in einem zweiten Schritt das Meereswasser von oben aus den Zylindern herausgesogen, so dass durch den entstehenden Unterdruck, der Meeresboden von unten in die Saugglocken hineinspülen konnte. Durch diese umweltverträgliche Methode, bei der keine Rammarbeiten erforderlich sind, konnte die Tragstruktur in den Boden eingegraben und die Umspannstation sicher verankert werden. In einem dritten Schritt wurde sie 20 Meter über den Meeresspiegel angehoben und festgesetzt. Arjen Schampers, Technischer Geschäftsführer der Global Tech I Offshore Wind GmbH: „Wir haben bei der Installation unserer Umspannstation auf eine Methode aus der Öl- und Gasbranche zurückgegriffen und diese erstmals in der Nordsee angewandt. Auch wenn die Offshore-Windenergie eine Pionierarbeit ist, zeigt dieses Beispiel doch, dass wir in der neuen Branche bereits auf viel technologische Erfahrung zurückgreifen können.“

Logistischer Stützpunkt und zuverlässige Stromversorgung

Der Korpus, die sogenannte Topside der Umspannstation, besteht mit einer Grundfläche von 46 mal 46 Metern aus sieben verschiedenen Decks. Dazu zählen unter anderem das Kabeldeck, das Haupt- und Zwischendeck sowie das Arbeitsdeck. Im Kellergeschoss befindet sich das Kabeldeck und die Netzersatzanlage, über deren Dieselgeneratoren bei einer Unterbrechung des Netzanschlusses der gesamte Windpark mit Eigenbedarfsenergie versorgt werden kann. Darüber befinden sich das Haupt- und Zwischendeck. Der zentrale Leitstand der Umspannstation mit der Schutz- und Leittechnik sowie der Kommunikationstechnik ist auf dem Hauptdeck untergebracht. Einige der Hochspannungsanlagen, wie die vier Transformatoren, die Schaltanlagen und die Blindleistungskompensationsdrosseln reichen aufgrund ihrer Größe über die beiden Stockwerke des Haupt- und Zwischendecks. Sie sind im geschlossenen Stahlkorpus der Plattform untergebracht, um vor der aggressiven salzhaltigen Atmosphäre geschützt zu sein. Außerdem sind sämtliche Hoch- und Mittelspannungsanlagen der Plattform redundant ausgelegt. Das bedeutet, das beispielsweise ein Transformator ausfallen kann, ohne dass die Leistungsfähigkeit des Windparks oder die Verfügbarkeit des Stroms eingeschränkt wird. Das Arbeitsdeck ist das oberste Deck und der ständigen Witterung ausgesetzt. Dort befindet sich eine Offshore-Krananlage, ein Container-Ersatzteillager sowie der Helikopterlandeplatz. Auch das Wohnquartier ist dort für bis zu 34 Betriebs-, Service- und Montagetechniker, die rund um die Uhr auf der Plattform sein werden, eingerichtet. Es umfasst neben Schlafräumen auch Gemeinschaftsräume sowie einen Fitnessraum. Durch die Beherbergung des Service-Teams auf der Plattform kann der Offshore-Windpark, der 180 Kilometer vor Bremerhaven liegt, wirtschaftlich betrieben werden.

Bereits im September 2012 startete die Errichtung der 80 Tripod-Fundamente, von denen bis heute bereits 32 errichtet sind. Seit Anfang dieses Jahres werden die errichteten Tripods verkabelt. Nach derzeitigem Planungsstand soll die Installation der Windturbinen ab Sommer dieses Jahres beginnen. Mit der Fertigstellung des Windparks wird im Frühjahr 2014 gerechnet.

 

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Aktuelles Foto der installierten Plattform:

http://www.globaltechone.de/presse/mediathek/bilder/die-global-tech-i-umspannstation-ist-erfolgreich-installiert-149/?category=12&type;=image

Bilder zur Verschleppung und Installation der Umspannstation finden Sie hier: http://www.globaltechone.de/presse/mediathek/kategorie/umspannstation-12/

Infografiken finden Sie unter folgendem Link: http://www.globaltechone.de/presse/mediathek/bilder/?q=&type=infographic


Fakten Global Tech I – Umspannstation

Generalunternehmervertrag mit Alstom Grid GmbH und Keppel Verolme B. V. über Planung, Herstellung und Lieferung des parkinternen Umspannwerks.

Eigengewicht: 9.000 Tonnen

Höhe Saugglocken: 9,5 Meter

Durchmesser Saugglocken: 11 Meter

Gewicht Saugglocken: zirka 700 Tonnen je Saugglocke

Grundfläche Topside: 46 x 46 Meter

Gesamt-Fläche der Topside: 6.000 Quadratmeter

Höhe Topside: knapp 30 Meter

Oberstes Geschoss über Meeresboden: zirka 90 Meter

Geschosse: 7

Schlaf- und Aufenthaltsräume für 34 Betriebs-, Service- und Montagetechniker plus Gäste: 450 m2

Kabel- und Hauptdeck; vier 155/33 kV Transformatoren mit jeweils 120 MVA; vier Dieselgeneratoren mit jeweils 1,5 MVA als Back-up für die Eigenversorgung des Windparks

Innenparkverkabelung:   sieben Ringleitungen, die jeweils acht bis 14 Windturbinen mit Mittelspannungskabeln (33 kV) vernetzen, und den Strom an die Umspannstation leiten

Über Global Tech I

Global Tech I zählt zu den ersten Offshore-Windparks, die in der deutschen Nordsee errichtet werden. Das Windfeld mit 80 Windenergieanlagen der 5-Megawatt-Klasse verfügt über eine installierte Gesamtleistung von 400 Megawatt. Damit beläuft sich die nutzbare Stromproduktion aus der umweltfreundlichen Windenergie auf rund 1,4 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr. Die rund 41 Quadratkilometer große Fläche von Global Tech I befindet sich zirka 180 Kilometer vor Bremerhaven und 138 Kilometer vor Emden in nordwestlicher Richtung. Der Windpark wird außerhalb von Meeresschutzgebieten in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) gebaut. Bereits im Jahr 2006 wurden die 80 Windkraftanlagen sowie das dazugehörige Umspannwerk vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) genehmigt. Der Baustart war im August 2012. Sobald Global Tech I voll betriebsbereit ist, können rein rechnerisch 445.000 Haushalte mit einem durchschnittlichen Stromverbrauch von 3.130 Kilowattstunden mit dem umweltfreundlichen Strom versorgt werden. Weitere Informationen auch unter http://www.globaltechone.de.

 

Die Global Tech I Offshore Wind GmbH ist die Projektgesellschaft, die den Offshore-Windpark Global Tech I  errichten und betreiben wird. Die Anteilseigner sind die beiden Energieversorger Stadtwerke München GmbH und HEAG Südhessische Energie AG (HSE), Darmstadt, das Schweizer Unternehmen Axpo International S. A. und die Esportes Offshore Beteiligungs GmbH. Weitere Gesellschafter sind als ursprüngliche Initiatoren des Windparks  die beiden Projektentwicklungsgesellschaften Norderland Projekt GmbH und Windreich sowie die Unternehmen aus dem Unternehmensverbund von Willi Balz: FC Wind 1 GmbH, FC Wind 2 GmbH und GTU I GmbH. (Gesellschafterliste entsprechend des Handelsregisterauszugs der Projektgesellschaft vom 8.2.2013)